5 Tipps für Texte, die besser klingen

Ich schreibe und lese viele Texte. Sehr viele. Als Texterin kenne ich kleine Tipps und Tricks und habe mein Schreibhandwerk über die Jahre stetig verbessert. Als Lektorin sehe ich ständig, welche Fehler Schreibende am meisten machen. Dabei ist es egal, um welche Art von Text es sich handelt.

Ob wissenschaftliche Arbeit, Roman oder Text im Internet – mit diesen 5 Tipps werden deine Texte sofort besser.

 

Tipp 1:
Mach dir vorher Notizen

 

Ich weiß genau wie toll es sein kann, einfach drauf los zu schreiben. Besonders wenn man vorher schon damit beschäftigt war, einzelne Formulierungen im Kopf zu perfektionieren. Das Problem: Entweder vergisst du beim Schreiben die Hälfte deiner Gedanken, weil du dich nur auf einen zur Zeit konzentrieren kannst, oder du verzettelst dich in unendlich vielen Details.

Ich schwöre deshalb darauf, zuallererst Notizen zu machen und da stimmen mir die meisten professionellen Texter*innen zu. Ich habe genau jetzt neben mir einen Collegeblock liegen, auf dem ich meine 5 Tipps in Stichpunkten notiert habe. So vergesse ich keinen, kann mich aber beim Schreiben immer auf den konzentrieren, den ich gerade betexte.

Noch wichtiger wird es natürlich, wenn du ein umfangreiches Dokument wie eine Hausarbeit für die Uni oder ein Kapitel von einem Roman schreibst. Wenn du eine Landing Page betextest, solltest du sowieso jede Menge Notizen haben, denn hinter einer Landing Page steckt viel Strategie und Planung.

 

 

Tipp 2:
Nur ein Gedanke pro Satz

 

Ich weiß, dass es schwer fällt, aber versuch wirklich, nur einen Gedanken pro Satz einzubauen. Wenn du merkst, dass dein Satz mehrere Informationen auf einmal enthält, teile ihn auf. Ich habe noch nicht ein Dokument lektoriert, indem ich nicht mindestens einen Satz geteilt habe, damit er leichter zu verstehen war.

Warum das so häufig passiert, ist eigentlich ganz logisch: Viele Schreibende lesen andere Texte, bevor sie selbst loslegen. Autor*innen sind oft selbst an Literatur interessiert und Studierende lesen Fachtexte zur Recherche. Sowohl die klassischen Literat*innen als auch viele Forscher*innen schreiben unfassbar komplex. Du nimmst diese Methodik unterbewusst an. Denk aber mal nach: Findest du es selbst manchmal schwer, diesen Texten zu folgen? Musst du einen Satz manchmal mehrmals lesen bis du ihn wirklich verstanden hast?

Manche Autor*innen haben das mit den langen Schachtelsätzen echt drauf. Da versteht man immer noch jedes Wort und jeden Gedankengang. Das sind aber wirklich Ausnahmen und es handelt es bei den Verfasser*innen solcher Sätze oft um Wortprofis. Mach deshalb dir und deinen Leser*innen leichter und halte dich an die Regel:

Nur ein Gedanke pro Satz!

Tipp 3:
Prüfe Fremdwörter vor dem Benutzen

 

Fremdwörter klingen wirklich cool und lassen einen irgendwie gebildet wirken. Es sei denn, man benutzt sie falsch oder schreibt sie falsch. Besonders in wissenschaftlichen Arbeiten finde ich oft Begriffe, die im Zusammenhang des Satzes gar keinen Sinn ergeben. Wenn du also keine*n Lektor*in beauftragst, sondern alles allein machst, geh lieber auf Nummer sicher. Einmal den Begriff bei Google oder dem Duden Online eingeben und du bist auf der sicheren Seite.

Ein super gern begangener Fehler, den ich nicht nur oft lese, sondern auch höre: suggestieren. Dieses Wort gibt es nicht. Das Verb von Suggestion lautet suggerieren. Dass der Fehler so häufig vorkommt, liegt daran, dass der Wandel von Nomen zu Verb atypisch ist (und es im Englischen to suggest heißt). Keine Schande also. Trotzdem auch hier: Lieber im Duden Online nachschlagen.

 

Tipp 4:
Anreden und Zeiten einheitlich halten

 

Wenn du deine Leser*innen mal mit Du und mal mit Sie ansprichst, fällt das im besten Fall keinem auf und ist im schlimmsten Fall ein bisschen komisch – kein Weltuntergang also. Es wirkt aber schon etwas professioneller, wenn dir das nicht passiert.

Schlimmer ist es bei Zeitformen. Lege dich am Anfang auf eine Zeitform fest und bleibe konsequent dabei. Das ist am schwierigsten, wenn du innerhalb eines Texts auf Geschehnisse aus verschiedenen Zeiten eingehst. Hier empfehle ich dir, vorher einen Zeitstrahl zu skizzieren (Stichwort Notizen machen). Auf diesem Zeitstrahl trägst du die Ereignisse ein und jeweils die korrekte Zeitform, in der du schreiben willst.

Wenn du mit deinen Zeiten durcheinander kommst, weiß deine Leser*innenschaft irgendwann nicht mehr, in welcher Reihenfolge die Handlungen passieren und sind verwirrt bis frustriert. Besonders wenn du einen Roman schreibst, darf das auf keinen Fall passieren.

 

Tipp 5:
Verzichte auf welcher/welche/welches und jener/jene/jenes

 

Es gab mal eine Zeit, in der wurde sehr viel welcher/welche/welches und jener/jene/jenes benutzt. Das war so vor 100 Jahren. Wenn du dir neuere (Forschungs-)Texte anschaust, findest du das nur ganz selten.

Meine ganz brutale Meinung dazu:

Du klingst nicht intelligent, wenn du diese Begriffe benutzt, sondern so als wenn du versuchst, intelligent zu klingen. Oder dich für super intelligent und eloquent hältst, es aber nicht bist.

Auch hier wieder: Nicht deine Schuld. Besonders in der Schule liest man einfach die Literatur von vor 100+ Jahren und gewöhnt sich das an. Mein Rat: Gewöhn es dir wieder ab. Benutz es nur ganz selten, wenn es wirklich besser klingt als die normale der/die/das-Formulierung.

 

Zusammenfassung

 

Ein paar kleine Tricks helfen dir, bessere Texte zu schreiben. Das sind:

  1. Notizen machen
  2. Pro Satz nur ein Gedanke
  3. Fremdwörter prüfen
  4. Zeiten, Anreden etc. einhalten
  5. Auf welche*r/s und jene*r/s verzichten

Probier es einfach mal aus und schau nach, ob meine Tipps dir bei deinen Texten helfen. Und wenn du meine Tipps zwar gut findest, aber keine Lust hast, sie selbst umzusetzen: 

Du kannst mich fürs Lektorat, die Textoptimierung und sogar Erstellung deiner Texte engagieren!

Beliebte Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.